Dateikonventionen & Verzeichnisstrukturen

Da bei GIS-Projekten, egal ob man nur eine Karte konstruiert oder komplexe Analysen und Projekte erzeugt, sehr schnellsehr viele und mitunter auch sehr große Daten zusammen kommen, ist es um so wichtiger, eine vernünftige Verzeichnisstruktur zu pflegen und die Namen seiner Dateien aussagekräftig und maschinenlesbar zu wählen. Außerdem sollte man sich an ein paar wenige aber bedeutende Regeln halten.

Projektverzeichnis und Projektheimatverzeichnis

Abb. 1: Verzeichnisbaum

In GIS-Projekten verwenden Sie oft eine Vielzahl an geographischen aber auch nicht geographischen Dateien 1) unterschiedlichster Art. Sie haben es also mit vielen Daten zu tun, welche Sie gut organisieren müssen, um den Überblick zu behalten. Verwenden Sie daher Projekt-Ordner mit Unterverzeichnissen nach Datentyp- oder Ursprung benannt (Abb. 1).

Abb. 2: Projektverzeichnis mit Projektdatei verknüpfen

Optimaler Weise befindet sich im Projektverzeichnis auch die QGIS-Projektdatei 2). Um den Projekt-Ordner mit der Projektdatei von QGIS zu verknüpfen (Projektheimatverzeichnis setzen), rufen Sie die Projekt-Eigenschaften Projekt → Eigenschaften auf und wählen unter Allgemein ,Projektheimatverzeichnis.

Ein selbst angelegter Ordner für temporäre Dateien kann sehr nützlich sein. Hier können Sie alle temporären Daten (Daten aus Zwischenberechnungen oder Tests) ablegen. Bei Backups ignorieren Sie diesen einfach und in regelmäßigen Abständen können Sie diesen Ordner leeren, um Speicherplatz frei zu geben. Er könnte auch außerhalb des Projektheimatverzeichnisses liegen.

"Saubere" und aussagekräftige Namen vergeben

Es ist keine Voraussetzung um mit QGIS zu arbeiten und auch keine Voraussetzung für die GIS-Arbeit überhaupt - es betrifft die Arbeit am PC im Allgemeinen! Befolgen Sie die folgenden Regeln bei Ihrer Arbeit am PC und Sie entkommen vielen potentiellen Problemen und Schwierigkeiten!

Empfohlene Regel Erläuterung Beispiel
Versuchen Sie auf Sonderzeichen zu verzichten Umlaute, Satzzeichen, Leertasten, Slash und Backslash etc. können auf unterschiedlichen Betriebssystemen (Windows, Linux, Mac) bzw. Betriebsystem-Sprachen zu ernsten Problemen führen! Gewaesser_und_Strassen.shp
Wählen Sie aussagekräftige Ordner- und Dateinamen Beschreiben bereits im Namen den Inhalt der Datei bzw. des Ordners hinreichend gut! Auch hier gild: Keine Sonder- oder Leerzeichen 3) Gelaendeanalysen/Jan2018/Hangneigung_grad_32632.tif
Schreiben Sie in den Dateinamen, welches Koordinatenbezugssystem vorliegt Sofern es sich um räumliche Daten handelt, verwenden Sie den international anerkannten und jedem GIS-Programm bekannten EPSG-Code Gemeinden_NRW_25832.shp
Beschreiben Sie den Geometrietyp Bei den meißten Vektor-Datentypen (z.B. das Shapefile) kann äußerlich nicht zwischen Punkt, Linie, Fläche etc. unterscheiden werden. Verwenden Sie beispielsweise 'P' für Punkte, 'F' für Flächen und 'L' für Linien im Dateinamen, um das zu ändern. Baumstandorte_P_3044.shp
Protokollieren Sie im Dateinamen, welche Parameter Sie ggf. gesetzt haben Beispiel: Sie erzeugen Pufferpolygone um Punkte, so schrieben Sie in die resultierende Polygondatei den gesetzten Bufferabstand und alle weiteren gesetzten Parameter. EUDEM_Hillshade_Z2_AZ315_32632.tif
Protokollieren Sie ggf. das Datum Das Erstellungsdatum einer Datei wird überschrieben, wenn man sie erneut abspeichert (auch wenn man nichts geändert hat). So geht das Ursprungsdatum verloren! Baumstandorte_erfasst_20-10-17.shp
Ein Dateiname könnte also in etwa so lauten:

Baumstandorte_Uelzen_20-01-20_Buffer_4_32632_F.shp

und der Name sagt uns:

  • Baumstandorte von Ülzen
  • vom 20.01.20
  • als Polygonbuffer
  • mit Ausmaß von 4 Metern
  • in Projektion UTM Zone 32N WGS84
  • eine Fläche

Die Sache mit den Archiven...

Häufig erhalten wir Daten in Form von Archiven (das ZIP-Archiv ist das wohl bekannteste). Es ist auch in vielen Fällen sinnvoll, Archive zu verwenden, denn zum Einen sind diese komprimierten Ordner kleiner als die Summe deren Inhalt und zum Anderen werden die Daten zusammengehalten. Betrachten wir Beispielsweise das ShapeFile, so haben wir es immer mit mindestens 3, optimaler weise 4 Dateien zu tun, welche einander bedingen. Fehlt eine, ist das ganze Shapefile hinüber. So ist es sinnvoll, Shapefiles als Archive zu halten und auszutauschen.

QGIS kann Archive direkt öffnen, ohne sie vorher zu entpacken, aber zu empfehlen ist das nicht! Es werden deutlich mehr Ressourcen benötigt und ein Verändern der Daten im Archiv ist nicht möglich!

Archive führen jedoch oft zu Verwirrung, gerade im Betriebssystem Windows unterscheidet sich ein Archiv äußerlich nur minimal von einem regulären Ordner: nur durch einen kleinen Zipper oder Reissverschluss. Außerdem wird das Archiv bei Doppelklick wie ein normaler Ordner behandelt - es ist aber kein Ordner! Achten Sie daher genau darauf, ob Sie sich in einem Archiv bewegen!


Archiviert/Veraltet ∇


Aktualisiert: 2021/01/24 00:49

1)
Tabellen, Fotos, e-Mail-Anhänge…
2)
*.qgs oder *.qgz
3)
Leerzeichen werden in manchen Syntaxsprachen als Befehlstrenner verstanden!

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