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Freie Daten - Open Data

Open (engl. offen) beschreibt einen Zustand, der für alle zugänglich ist – wie ein offenes Buch, das Wissen für jeden frei macht. Die Open Source-Bewegung hat dieses Prinzip weit über Software hinaus auf Daten, Wissen und Verwaltung ausgedehnt.
„Wissen ist offen, wenn jedeR darauf frei zugreifen, es nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren.“ Open Definition der Open Knowledge Foundation
Ein Werk ist dann offen, wenn Lizenz, Zugang und Format den Prinzipien der Open Definition entsprechen. Ermöglicht die Lizenz jedem das Werk zu benutzen und weiterzugeben, es frei herunterzuladen und das Format mit herkömmlichen Mitteln zu lesen, ist es offen. Trifft auch nur eine Bedingung nicht zu, gilt es nicht mehr als „Open„.
Die Lizenz
Lizenzen regeln die Nutzung, Verbreitung und Weiterentwicklung eines Werkes. Im Open-Data-Kontext sind vor allem die Lizenzmodelle von Creative Commons relevant, die sich flexibel auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden lassen – von maximal offen bis stark eingeschränkt (z.B. nur für nicht-kommerzielle Zwecke, CC-BY-NC-SA).
Für Daten öffentlicher Stellen in Deutschland gibt es zusätzlich die Datenlizenz Deutschland (DL-DE), die auf das deutsche Urheberrecht abgestimmt ist. Sie existiert in zwei Varianten:
- DL-DE/BY-2-0 – freie Nutzung, aber mit Pflicht zur Nennung des Urhebers
- DL-DE/Zero-2-0 – vollständig frei, ohne jede Bedingung
Open Data
Als Open Data werden Daten bezeichnet, die von jedem zu jedem Zweck genutzt, weiterverbreitet und weiterverwendet werden dürfen. Einschränkungen sind nur erlaubt, um Ursprung und Offenheit zu sichern – z.B. durch Nennung des Urhebers oder eine Share-alike-Klausel.
„Offene Daten sind sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.“ 1)
Je nach Herkunft unterscheidet man zwischen Open Government Data, Open Content, Open Access, Linked Open Data, Open Geo Data und weiteren Konzepten.
Tipp: Detaillierte Informationen zu Open Data gibt es bei der Bundeszentrale für Politische Bildung
Open Government
Open Government steht für die Öffnung von Regierung und Verwaltung gegenüber Bevölkerung und Wirtschaft – durch transparente, kollaborative und partizipative Bereitstellung von Informationen, Daten und Dienstleistungen. Ziel ist eine Regierungskultur, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entspricht und aktive Teilhabe ermöglicht.
Open Geodata in Deutschland
Seit dem Inkrafttreten des Open-Data-Gesetzes2) als Teil des E-Government-Gesetzes3) am 13.07.2017 öffnen Behörden nach und nach ihre Daten. § 12a EGovG verpflichtet Bundesbehörden seit 2018 zur Veröffentlichung von Rohdaten, die sie im Rahmen öffentlich-rechtlicher Aufgaben erheben.4)
Den entscheidenden Schub brachte die EU-Durchführungsverordnung zu hochwertigen Datensätzen (DVO-HVD)5): Mit einer Frist bis zum 9. Juni 2024 mussten alle Bundesländer ihre wichtigsten Geodaten – darunter Liegenschaftskataster (ALKIS), Geländemodelle und Orthophotos – kostenlos über maschinenlesbare Schnittstellen bereitstellen. Das hat funktioniert.
Wer bietet unkompliziert Open Geodata?
Alle 16 Bundesländer haben inzwischen zumindest grundlegende Geodaten veröffentlicht. Besonders vorbildlich zugänglich sind:
- Hessen – vorbildlich: Geodaten unter DL-DE/Zero-2-0, d.h. nicht mal eine Quellenangabe ist nötig!
- Bayern – seit Jan. 2023 umfangreiches Portal (Orthophotos, DGM, 3D-Gebäudemodelle, Topokarten); vollständiges ALKIS fehlt noch
- Niedersachsen, Baden-Württemberg – seit Juni 2024 inkl. ALKIS vollständig frei
Chronologie: Wann öffnete welches Bundesland seine Geodaten?
| Jahr | Bundesland(/-länder) | Besonderheit |
|---|---|---|
| ~2013 | Berlin | Früher Vorreiter in Deutschland |
| ~2014 | Hamburg | Über das Transparenzportal |
| 2017 | NRW, Thüringen, Sachsen, Brandenburg | Vollständige Geobasisdaten unter DL-DE |
| 2022 | Hessen | DL-DE/Zero-2-0 – maximale Offenheit, einmalig in DE |
| Jan. 2023 | Bayern | Großes OpenData-Portal, kein vollständiges ALKIS |
| Jun. 2024 | Niedersachsen, BW u.a. | EU HVD-Pflicht: ALKIS und alle wesentlichen Geobasisdaten |
Hessen sticht heraus: Hessische Geodaten stehen unter DL-DE/Zero-2-0 – freier geht's nicht. Nicht mal eine Quellenangabe ist erforderlich.
Und Europa?
INSPIRE (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe) schafft seit 2007 den rechtlichen Rahmen für eine gemeinsame europäische Geodateninfrastruktur – mit standardisierten Diensten, Metadaten und Interoperabilität zwischen den Mitgliedstaaten.
Die EU Open-Data-Richtlinie (2019/1024) und die DVO-HVD (2023) gingen einen entscheidenden Schritt weiter: Seit dem 9. Juni 2024 haben Bürgerinnen und Bürger in allen EU-Mitgliedstaaten einen Rechtsanspruch auf kostenfreien Zugang zu hochwertigen Datensätzen – Geodaten eingeschlossen. Als Lizenz schreibt die EU CC0 oder CC BY 4.0 vor.
Tipp: Einen Überblick über offene Geodaten in ganz Europa bietet das Europäische Datenportal.
Open Source
Open Source Software (OSS) ist Software, deren Quellcode frei zugänglich und veränderbar ist. Jeder kann ihn einsehen, anpassen und weitergeben – ohne Genehmigung oder Lizenzgebühren. Häufig entsteht daraus eine aktive Community, die die Software kontinuierlich verbessert. Bekannte Beispiele sind Linux oder – natürlich – QGIS. Die verbreitetste Lizenz ist die GNU General Public License (GPL).
Kurz zur Begrifflichkeit: Freeware ist kostenlos – mehr nicht, der Quellcode bleibt geschlossen. Open Source Software ist ebenfalls kostenlos, stellt aber zusätzlich den Quellcode frei zur Verfügung. Freie Software (im Sinne der Free Software Foundation) betont die Freiheit der Nutzung, Anpassung und Weitergabe – nicht den Preis. Im Alltag werden „Open Source“ und „Freie Software„ meist als Synonyme verwendet.
Der Quellcode wird oft auf Plattformen wie GitHub oder GitLab veröffentlicht. Dort werden auch Fehler gemeldet und Entwicklungswünsche gesammelt. QGIS ist auf GitHub zu finden: https://github.com/qgis/QGIS/
Open Source-Projekte wie QGIS werden von Freiwilligen entwickelt – private Personen, Unternehmen, Behörden und Universitäten. Die Entwicklung läuft koordiniert: Anwenderinnen und Anwender beschreiben Fehler oder Wünsche öffentlich, Entwicklerinnen und Entwickler übernehmen Aufgaben und lösen sie.
QGIS und alle anderen Open Source-Programme leben davon, genutzt und verbreitet zu werden. Auch wer nur Anwender ist, trägt zur Community bei!
Einige Vorteile gegenüber proprietärer Software:
- Hohes Entwicklungspotenzial durch breite Community
- Kostenlos nutzbar, keine Lizenzgebühren
- Offene, austauschbare Dateiformate
- Keine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller (kein „Vendor Lock-in“)
- Support aus der Community
Zusammenfassung
- Open bedeutet: frei zugänglich, nutzbar, veränderbar und weitergebbar – für alle.
- Open Data sind Daten, die jeder frei nutzen, verbreiten und weiterverarbeiten darf.
- Open Source Software hat einen offen zugänglichen Quellcode, der von einer Community weiterentwickelt wird.
- Open Government steht für eine transparente, partizipative Verwaltung.
- In Deutschland haben seit dem EU-Stichtag 9. Juni 2024 alle Bundesländer Geodaten als Open Data veröffentlicht – Hessen ist mit DL-DE/Zero-2-0 besonders vorbildlich.
- Auf EU-Ebene schafft INSPIRE die technische Infrastruktur, die DVO-HVD den Rechtsanspruch auf kostenfreien Datenzugang.



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